Das Ensemble Retro Disco mit (vermeintlich?) idyllischen Wasserwerken: Zunächst spielen die drei gegen die Geräusche des Meeres auf, danach fahren sie auf einer Gondel durch die Lagune.
«Eine Gondel schippert über den Canal Grande, am hinteren Ende steht ihr Fahrer und schmettert den Touristen Opernarien vor, so wie es sich gehört, so wie es die Tradition will. Begleitet wird die Szene von ohrenbetäubendem Schiffsmotorengeheul.» Einen solchen Geräuschpegel dokumentieren die Videoimpressionen, die der Zürcher Komponist Edu Haubensak in Venedig gesammelt hat: Eine leicht schiefe Idylle entsteht da – und genau das versucht das Ensemble Retro Disco auch in diesem komponierten Programm umzusetzen: «Idyll» beleuchtet «konstruierte Ideale, sei es der Mythos eines schönen Ortes, Personenkult oder die glorifizierte Vergangenheit».
Das Ensemble verbindet in seinen Konzerten gern elektronische und akustische Klänge auf hybridneodadaistische Weise. Das wird auch im neuen Stück der irischen Komponistin Karen Power spürbar, das von Retro Disco im April in Dublin uraufgeführt wurde. Aufnahmen von Naturklängen – Wind, Meer, Wellen und Wasser – stehen neben den live gespielten Antworten des Trios. Aus der Kombination entstehen neuartige Klangbilder.