Eichendorff und Hölderlin in romantischen Liedern und Werken von Hans Zender und Luigi Nono mit dem Arditti Quartett und Angelika Luz, Sopran.
«Ich hör ein Hirschlein rauschen
Wohl rauschen durch den Wald,
Ich hör mein Lieb sich klagen,
Die Lieb verrauscht so bald.
Lass rauschen, Lieb, lass rauschen,
Ich weiss nicht, wie mir wird,
Die Bächlein immer rauschen,
Und keines sich verirrt.»
So dichtete Joseph von Eichendorff. Das romantische Rauschen darf natürlich bei uns nicht fehlen, gerade das naturhafte, freilich gefühlsgesättigte. Robert Schumann und Hugo Wolf haben es in ihren Liedern wunderbar umgesetzt.
Die im Wortklang noch liebliche Melancholie Eichendorffs wendet sich beim einst revolutionsbegeisterten Hölderlin in kantige Resignation. In seinen späten Gedichten ist nach rauschhafter Sprachgewalt nur noch ein Nachrauschen geblieben. Gerade diese Ambivalenz hat zahlreiche Komponisten unserer Gegenwart zu einer neuen Lektüre angeregt. Hans Zender versucht in seinem Memento Hölderlins Zeichen neu zu deuten. Bei Luigi Nono sind die Gedichte nur für die Interpreten in der Partitur lesbar, sie vermitteln sich allenfalls stumm in den Pausen: Erinnerungen, verrauscht, feinstens noch vernehmbar zwischen den Tönen. «…geheimere Welt», heisst es darin, «…Schatten stummes Reich…» und «…in stiller ewiger Klarheit…».